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Kategorie: Körperarbeit/ Körpertherapie

 

Breema-Körperarbeit

Sie gingen der Frage nach, welche Prinzipien in solchen Phasen wirksam waren und ob es möglich wäre, diese Prinzipien konsequent in der Therapie und im Alltag anzuwenden. So entstand Breema, aufbauend auf traditionellen Wurzeln, aber in der Ausrichtung unabhängig von diesen.
Seit über drei Dekaden arbeiten Kliniken, ÄrztInnen, HeilpraktikerInnen, Psycho- und PhysiotherapeutInnen klinisch erfolgreich mit Breema. Breema und die Selbst – Breema Übungen werden in Seminaren und Workshops gelehrt und praktiziert, als alltagsorientierte Unterstützung der Präsenz für Menschen jedes Alters und Gesundheitszustandes.

Beschreibung
Ein Ziel von Breema ist es, den Verstand, die Gefühle und den Körper zu harmonisieren. In Breema-Sequenzen werden spielerische und rhythmische Bewegungen mit gegenseitiger Unterstützung ausgeführt.
Berühren, Ausstreichen, Lehnen, Halten und Loslassen entstehen ohne Kraftanstrengung aus dem 'ganzen Körper' heraus. In einer Breema-Behandlung lösen sich körperliche, mentale und emotionale Blockaden und Muster. Eine aktive Gelassenheit wird möglich, die in allen Bereichen des Lebens neue Perspektiven eröffnen kann.
Breema ist die Kunst, präsent zu sein und wieder in Kontakt zur Essenz allen Lebens zu kommen, die Liebe zum Leben wieder neu zu entdecken.
Breema ist gewaltfreie Kommunikation auf der körperlichen Ebene. Mit sich selbst und mit anderen Menschen.
In Breema Behandlungen erfahren Menschen eine besondere Qualität von Berührung, die auf den Prinzipien von Nichtbeurteilung und von Ausgewogenheit zwischen Sanftheit und Bestimmtheit beruhen. Die Aufmerksamkeit ist dabei nicht auf Störungen, Probleme oder Konflikte ausgerichtet, sondern auf die Unterstützung der gesunden Ressourcen.
Die Anwendung der Prinzipien der Breema - Körperarbeit sind eine wirksame Unterstützung, um die Erfahrungen mit Breema im täglichen Leben heilsam wirken lassen zu können.

Grundlage der Breema-Körperarbeit sind die neun Prinzipien der Harmonie

1.DER KÖRPER IST ENTSPANNT
Wenn wir unseren Körper als Teil des Ganzen sehen und nicht als etwas Getrenntes, dann gibt es keinen Platz für physisches Unbehagen und Verspannung.

2. WIR brauchen keine „EXTRAS“
Viel Druck fällt ab, wenn wir keine Kraftanstrengung machen, kein besonderes Verhalten an den Tag legen, keine Maske tragen müssen, um angenommen und geliebt zu werden.

3. BESTIMMTHEIT UND SANFTHEIT
Wirkliche Bestimmtheit ist immer sanft, wirkliche Sanftheit ist bestimmt.

4. SICH ALS GANZES BETEILIGEN
Die natürlichste Art, sich zu bewegen und zu leben ist die, bei der wir voll und ganz “dabei” sind. Diese totale Teilnahme ist möglich, wenn der Körper, der Verstand und die Gefühle harmonisch zusammen wirken.

5. GEGENSEITIGE UNTERSTÜTZUNG
Je mehr wir präsent sind, desto mehr sind wir dazu fähig, alles Leben zu unterstützen und alles im Leben als  Unterstützung für uns selbst wahrzunehmen; beides vollzieht sich in einem.

6. KEINE BEURTEILUNG
Meistens gehen wir mit einem Fuß in der Vergangenheit und einem in der Zukunft durch das Leben, vergleichen alles mit unseren Ideen und Konzepten und messen alles an diesen. Wenn wir im Augenblick präsent sind, sind wir frei von Beurteilungen. Der Körper, sei es der eigene oder der des Anderen, wird nicht beurteilt. Er entspannt sich in dem Moment, in dem es kein Bild mehr gibt, dem er standhalten müsste.

7. EINZIGER AUGENBLICK – EINZIGE AKTIVITÄT
Jeder Moment ist neu, frisch und absolut lebendig. Immer, wenn wir bei einer Breema-Behandlung die Hände auf einen Körper legen, berühren wir ihn so, als ob es weder Vergangenheit noch Zukunft gäbe. In diesem
Moment gibt es nichts Wichtigeres und nichts Anderes zu tun als diese Berührung.

8. KEINE EILE – KEINE UNTERBRECHUNG
Die natürlichen Rhythmen des Lebens kennen weder Eile noch Unterbrechungen. Wenn wir in Hektik sind oder “abschalten”, treten wir aus unserer natürlichen Lebendigkeit heraus, verspannen uns und sind für das Leben nicht verfügbar. Richten wir in diesem Zustand unsere Aufmerksamkeit wieder auf unseren Körper, dann werden wir wieder gegenwärtig, denn der Körper ist immer im “Jetzt”.

9. KEINE KRAFTANWENDUNG
Aus der Vorstellung des Getrenntseins entsteht die Notwendigkeit, sich anzustrengen, um etwas zu bewegen. Wenn wir erkennen, dass keine zwei Dinge von einander getrennt sind, handeln wir leicht und mühelos.

Für wen und wann
Sehr hilfreich für Menschen, die depressiv oder/und ängstlich leben. Unterstützend für Menschen in belastenden Berufen als Burnoutprophylaxe. Sinnstiftend für an der Welt, am Leben, an sich und den anderen Menschen Leidende.

Gegenanzeigen
Keine!

Kosten
Pro Behandlung zwischen € 20 und € 60, evtl. einkommensabhängig.
Tagesseminare €50 bis € 100, evtl. einkommensabhängig. Workshops und Ausbildung laut Ausschreibungen

Autor: Utz Krause-Sparmann

Quellen: Dr. Jon Schreiber: BREEMA und die neun Prinzipien der Harmonie, Oakland, Kalifornien 2008; Prof. Dr. Luise Reddemann: Imagination als heilsame Kraft, Pfeiffer bei Klett-Cotta, Stuttgart 2001; Utz Krause-Sparmann: Die Kunst, präsent zu sein, Breema – Körperarbeit, Februar 2008, SEIN, Berlin

Datum: 13.12.2016

Hintergrund/ Kontext
Die Breema-Körperarbeit wurde in Kalifornien von einer Gruppe von Menschen entwickelt, die zuvor verschiedenen therapeutische Methoden angewendet hatten. Sie hatten die Erfahrung gemacht, dass es in ihren Behandlungen immer wieder Augenblicke gegeben hatte, in denen mehr Präsenz und eine stärkere Wirksamkeit entstanden war.